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Die unabhängige Arbeitnehmer_innenvertretung in der Persönlichen Assistenz, UAPA

Logo-UAPA-weiss-rot-Kopie-150x150Vom 13. bis zum 15. November 2015 hat die achte Jahrestagung der unabhängigen Arbeitnehmer_innenvertretung in der Persönlichen Assistenz (UAPA) in Bremen stattgefunden und auch aus Hamburg waren wieder Kolleg_inn_en dabei.

UAPA vertritt gewerkschaftsunabhängig über 3000 Arbeitnehmer_innen in der Persönlichen Assistenz aus allen möglichen Städten in Deutschland, seien sie nun bei einem Träger oder direkt bei einem/einer Arbeitgeber_in im Persönlichen Budget angestellt. Die Jahrestagungen stellen den direkten, persönlichen Austausch aller interessierten Akteur_inn_e_n sicher und bieten Gelegenheit, bestimmte Themen gemeinsam zu beackern. Das Ziel ist es, bundesweit Mindeststandards für uns Arbeitnehmer_innen in der Persönlichen Assistenz durchzusetzen.

Außer uns und unseren Bremer Gastgeber_inne_n waren diesmal Kolleg_inn_en aus Berlin, Frankfurt, Marburg, Kassel und Freiburg dabei. Die Kasseler_innen haben ein „Forum Assistenzkräfte“ für den Kasseler Raum gegründet, das sie in Bremen vorgestellt haben.

Eröffnet werden die Jahrestagungen regelmäßig mit den Berichten aus den Betrieben. Es ist ziemlich spannend, zu erfahren, wie unterschiedlich die einzelnen Betriebe Persönliche Assistenz organisieren und vergüten. So konnten mit UAPA-Unterstützung inzwischen in Frankfurt, Bremen und Hamburg mehr oder weniger gute Haustarifverträge erstritten werden. In Freiburg und Berlin wurden im Wege von Betriebsvereinbarungen Verbesserun-gen für die Belegschaften erreicht. Auf der anderen Seite werden, soweit wir das wissen, Kolleg_inn_en in Freiburg, Marburg und im Kasseler Raum aktuell unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns bezahlt, in Hamburg gibt es (mit Tarifvertrag !!) für Neueinsteiger_innen gerade mal den gesetzlichen Mindestlohn.

Es geht insgesamt darum, Persönliche Assistenz als professionelle Dienst-leistung wieder bzw. endlich angemessen zu bezahlen, wie es die Krüppel-bewegung seinerzeit gefordert hat.

Es geht aber auch darum, spezifische Probleme der Persönlichen Assistenz aus Arbeitnehmer_innensicht in den Blick zu nehmen. So wurde in der Vergangenheit verschiedentlich über das Für und Wieder von Persönlicher Assistenz als Ausbildungsberuf debattiert. Daraus resultiert aktuell, dass in Bremen über eine solche Ausbildung auf der Basis von UAPA-Konzepten ver-handelt wird. In Freiburg wurden immerhin Kolleg_inn_en für eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger freigestellt.

UAPA unterstützt die Gründung von Betriebsräten und Mitarbeitervertretun-gen und steht solidarisch für Veröffentlichungen oder Aktionen bereit wenn, wie aktuell in Hamburg, Betriebsräte behindert und abgemahnt werden. So konnten wir von der Jahrestagung unter Anderem die Information unserer Frankfurter Kolleg_inn_en mitnehmen, dass ein dortiger Betriebsrat, der als geringfügig Beschäftigter (450-€-Kraft) eingestellt war, seinen Anspruch auf vorzugsweise Einstellung in Arbeit mit einem größeren Vertrag realisieren konnte.

Weitere Themen in Bremen waren: unterschiedliche Bereitschaftsmodelle und deren Entlohnung, die Fragen, wie die gesetzlichen Pausen in der Persönlichen Assistenz realisiert werden können und wann und wofür wir ggf. Gewerkschaften brauchen oder nicht und welche es da so gibt.

Natürlich tauschen wir uns, sofern vorhanden, auch über die ganz konkreten Refinanzierungssätze (also das Geld, was die Träger pro Stunde kassieren) aus, die interessanterweise in einem Spektrum zwischen 16 und 44,99 € pro Stunde liegen.

Und damit wir das Alles im größeren Zusammenhang kapieren können, gab`s zum krönenden Abschluss der Tagung am Sonntag dann den, sehr lebendigen und anschaulichen Vortrag von Erich zum Thema „Die neoliberale Dynamik und die Folgen für Tarifverträge und Arbeitsrechte“ mit anschließender Diskussion.

Die Bremer_innen haben eine schöne Tagung ausgerichtet, obwohl sie gerade zwei langjährige Mitstreiter_innen aus ihrem Betriebsrat aus beruflichen Gründen verloren haben. Unsere Marburger Kolleg_inn_en haben viel vor und laden zur nächsten Jahrestagung vom 18. bis 20. November 2016 nach Marburg ein.
Alle Kolleg_inn_en in der Persönlichen Assistenz sind herzlich eingeladen und aufgefordert, bei UAPA mitzumischen! Es ist spannend, erweitert den Horizont, macht Spaß und gibt ordentlich Kraft.

1 comment for “Die unabhängige Arbeitnehmer_innenvertretung in der Persönlichen Assistenz, UAPA

  1. Sabine Zintel
    15. Februar 2016 at 22:22

    Hallo Ihr lieben Hamburger,

    wie schön, endlich ein Artikel über das letzte UAPA-Treffen!
    Danke!
    Ich werde den Text als link weiterleiten unde auch nicht müde werden meine Kolleg_innen davon zu überzeugen, wie notwendig vernetztes und solidarisches Handeln ist.
    Das ist manchmal ganz schön schwer, denn gerade nach Teamsitzungen (heute mal wieder erlebt) komme ich mir manchmal vor wie in einem Mikrokosmos.
    Da auszubrechen ist wichtig!

    Viele liebe Grüße von

    Sabine
    (vom BR Rundum, Kassel)

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