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Betriebsratsliste der HAG

Macht Arbeit krank? – Was brauchen wir um Gesund zu bleiben?

Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz

 

Roboti

Arbeits- und Gesundheitsschutz ist ein großes Thema. Mit einer Gefährdungsbeurteilung wollen sich Betriebsrat und Geschäftsführung diesem Thema nähern.

Im Rahmen der Psychosozialen Gefährdungsbeurteilung soll erhoben werden, welche psychische Beanspruchungen die Arbeit bei der HAG mit sich bringt. Was ist anstrengend? Was führt zu Stress? Was ist langweilig, monoton? Was überfordert

mich? Was tut mir gut? Aus den Ergebnissen dieser Erhebung sollen dann Gegenmaßnahmen entwickelt werden, die Gefährdungen abstellen oder mindern. Ziel ist die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Aber was heißt hier menschengerecht?


Um das zu definieren wird üblicherweise auf ein Modell von Uhlich 2011 Bezug genommen.

menschengerechte_arbeit
Zu der genaueren Bedeutung der 4 Säulen könnt ihr hier mehr lesen.

In Berufen im sozialen Bereich existieren im Vergleich zu anderen Berufsgruppen enorm hohe physische und psychische Belastungen. Man bezeichnet dies als eine Kumulation von Belastungsfaktoren, weshalb hier, folgerichtig aber ungut, die Erkrankungshäufigkeit sowie -dauer weit über dem allgemeinen Durchschnitt liegt, insbesondere bei Erkrankungen, die aus psychischen Belastungen resultieren.

Was können psychische Beanspruchungen sein?

Unter psychischen Belastungen versteht man, die Gesamtheit der von außen auf einen Menschen psychisch einwirkenden Einflüsse. Schädliche psychische Beanspruchung wird daraus, wenn die Ressourcen zur Be- und Verarbeitung der Beanspruchung nicht zur Verfügung stehen, bzw. nicht zur Verfügung gestellt werden (DIN 33405). Zur Unterscheidung der Begriffe Belastung/ Beanspruchung/ Gefährdung/ Gefahr findet ihr hier einige Erklärungen.
Unter psychische Belastungen könnten in der HAG z.B. Leid oder Tod von Kunden fallen, ein weniger gutes Betriebsklima oder Führungsverhalten (z. B. unzureichende Unterstützung und Anerkennung durch Kolleg_innen und Vorgesetzte), mangelnde Qualifikation (z. B. fachliche Überforderung durch fehlende Fortbildung), widersprüchliche oder unklare Anforderungen und Strukturen, ein negatives Berufsimage (z. B. fehlende Anerkennung des Berufes in der Öffentlichkeit), hohe Erwartungen an Flexibilität, fehlende Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung sowie natürlich auch die extrem niedrige Bezahlung.

Wichtig für den betrieblichen Gesundheitsschutz ist die Prämisse der Verhältnisprävention. Prävention bedeutet in diesem Zusammenhang, dass niemand erst erkranken muss, damit die Arbeitgeberin verpflichtet ist Arbeits- und Gesundheitsschutz aktiv umzusetzen. Der Begriff der Verhältnisse betont, dass es um die Arbeitsbedingungen geht und nicht um das Verhalten des einzelnen abhängig Beschäftigten. Die Arbeitsbedingungen müssen so gestaltet werden, dass Gefährdungen verringert oder ganz beseitigt werden. Patient des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz ist also der Arbeitsplatz.

Die Durchführung der Psychosozialen Gefährdungsbeurteilung in der HAG

Die Durchführung einer Gefährdungsanalyse ist im Arbeitsschutzgesetz im §5 vorgeschrieben. In der Hamburger Assistenzgenossenschaft wird diese nun in Kooperation mit der externen Expertin Meike Schwark durchgeführt. Es wurde eine Kommission eingerichtet, in der u.a. die Geschäftsführung, der Sicherheitsbeauftragte und der Betriebsrat vertreten ist.

Zunächst sind Informationsveranstaltungen geplant, zu denen ihr bereits eingeladen seit. Hier wird auch nochmal Ablauf und Inhalt besprochen und ihr habt die Möglichkeit eure Fragen loszuwerden. Im nächsten Schritt wird Meike Schwark mit einem Teil der Kolleg_innen intensive Gespräche führen. Jeder Arbeitsplatz sollte hier repräsentiert werden. Aus diesen Gesprächen werden dann Fragebögen entwickelt, die dann alle Beschäftigten der HAG anonym ausfüllen können. Aus den Ergebnissen dieser Befragung soll schließlich abgeleitet werden, welche Belastungen, Beanspruchungen und Fehlbeanspruchungen es gibt und welche Gegenmaßnahmen daraus entwickelt werden könnten. Die Kommission entscheidet dann wann und ob welche Gegenmaßnahmen umgesetzt werden. Ob die Gegenmaßnahmen auch die gewünschte Wirkung zeigen wird nach einigen Monaten nochmals überprüft und gegebenenfalls werden Änderungen vorgenommen.

Die Gegenmaßnahmen sollen verhindern, dass unsere Arbeit uns krank macht. Es geht also darum, dass unsere Arbeitsplätze so gestaltet werden, dass wir auch über einen langen Zeitraum Persönliche Assistent_in sein können, ohne krank zu werden.

Wer sich noch intensiver über dieses Thema informieren möchte, sei auf folgende Webseiten hingewiesen:

Die Beratungsstelle Arbeit & Gesundheit berät Hamburger Beschäftigte bei Fragen zum betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz. Hier sind insbesondere auch ihre zahlreichen Texte zu diesem Thema zu empfehlen.

Spezialisiert auf psychische Belastungen hat sich jetzt die Beratungsstelle PAG – Perpektive Arbeit und Gesundheit.

Allgemeine Infos zur Gefährdungsanalyse gibt es hier, hier und hier.

Wer sich für die Auswirkungen von Geschlecht im Kontext der Gefährdungsanalyse interessiert, dem/der sei dieser Text empfohlen.

 

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