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Betriebsratsliste der HAG

… und wenn das sich nicht bald ändert – hören wir einfach damit auf!

 

HAG 23072015

Zum 31.Oktober 2014 wurde die Entgelttabelle des bestehenden Haustarifvertrags gekündigt. Seitdem hat sich wenig bewegt. Die Vorstellung der Geschäftsführung von einer angemessenen Lohnerhöhung unterscheidet sich erheblich von dem, was der Belegschaft und der Tarifkommission angemessen erscheint. Eingestiegen mit der Forderung nach einer Koppelung des Haustarifvertrags an den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes und eine Vergütung entsprechend der Entgeltgruppe 7,  erscheint nun bereits eine Lohnerhöhung von einem Euro utopisch. Der Ausstieg aus dem Niedriglohnsektor und eine Bezahlung, die Existenzängste und Armut beendet, scheint in weite Ferne gerückt zu sein.

Heute haben wieder Tarifverhandlungen stattgefunden. Einige Assistent_innen und Genoss_innen waren vor Ort: Es geht so nicht weiter! Das Geld reicht einfach nicht!

Einige haben ihren Frust über die schlechte Bezahlung musikalisch ausgedrückt und ein bzw. eigentlich zwei Lieder geschrieben. Eins könnt ihr hier

hören. Der Text dazu ist hier

LittleAssistenten
C

Wir fahren

C

und wir kochen

F

und wir putzen,

C

hängen die Wäsche auf

G7

helfen dir bei deinem Leben

C G7

dabei gehen wir langsam drauf

C

Wir reparieren
wir frisieren

F C

schreiben Texte, schreiben Behördenpost,
programmieren

G7

organisieren

C G7 C

dabei geh’n wir langsam drauf
Ref.:

F C7

Selbstbestimmtes Leben wollen wir nicht nur für dich,

F

denn nur wenn die Kohle stimmt

C7 G7

gibt’s das auch für mich!

2x
Und wir heben,

und wir tragen,

wir massieren

geben Alltagstipss

und wir geben dir Tabletten

dabei wir gehen langsam drauf
Kommunizieren

motivieren,

wir hören zu wenn du reden musst,

und wir trösten, machen Scherze

dabei gehen wir langsam drauf
und wir nähen, und wir basteln

bauen Möbel,

lackier’n die Wohnungstür

wir machen so gut alles

und dabei gehen wir langsam drauf.
Ref.:

F C7

Selbstbestimmtes Leben wollen wir nicht nur für dich,

F

denn nur wenn die Kohle stimmt

C7 G7

gibt’s das auch für mich!

2x
wir sind Fahrer

wir sind Pfleger

wir sind Künstler

wir sind Musiker

wir sind Diener, wir sind Zofen

und dabei gehen wir langsam drauf
Und das alles

machen wir hier

schon viel zu lange

für viel zu wenig Geld

und wenn das sich nicht

bald ändert

hören wir einfach damit auf.

Die Tarifverhandlungen selbst verliefen wenig erfolgreich. Wie soll es weiter gehen? Gute Ideen sind jetzt gefragt!

Nähere Infos zu den Verhandlungen erhältst du bei ver.di, dem Betriebsrat oder auf der nächsten Betriebsversammlung.

1 comment for “… und wenn das sich nicht bald ändert – hören wir einfach damit auf!

  1. Assistieren Ja, sich kaputtschaffen Nein
    14. August 2015 at 16:05

    Die Geschäftsführung und die Geldgeber*innen rühren Beton an. Können Sie haben. Teilt Euren Assistenznehmer*innen mit, dass Ihr von dem Hungerlohn nicht mehr Leben könnt und fragt sie auch, ob es für sie nicht langfristig besser ist von angemessen bezahlten Menschen Assistenz zu erhalten. Geht nicht mehr ans Telefon, übernehmt keine Dienste mehr und thematisiert in den Teamsitzungen die Personalsituation. Im Zweifelsfall bittet Ihr ein Betriebsratsmitglied mit in die Sitzung. Fragt nach, wer welches Kontingent bei welcher Assistenznehmer*in hat und verlangt eine Personaldecke von 130%, damit jeder in Ruhe eine Krankheit auskurieren und Urlaub nehmen kann. Oder entsprechend gut qualifizierte, eingearbeitete und honorierte Springer*innen sind vorzuhalten. Eine kollegiale Beratung ohne Vorgesetzte hilft manchmal auch um sich auszutauschen. Ihr könnt auch vor der Übernahme eines Dienstes über die Bedingungen verhandeln. Verlangt 50% Zuschlag für die Mehrarbeit. Das ist nicht zuviel, weil an Feiertagen wird z.B. auch 135% Zuschlag bezahlt, sofern ein Tarifvertrag erkämpft wurde. Wer Familienangehörige zu betreuen hat, verlangt zusätzlich für die Abwesenheit von zu Hause, wegen der Fahrtzeit, €_20,– pro Stunde für die Tagespflegeperson. Warum soll die Familie unter der Unfähigkeit der Geschäftsführung und der Geldgeber*innen leiden?
    Mit freundlichen Grüßen.
    Volker Marx, Persönlicher Assistent beim CeBeeF Frankfurt am Main e.V. und Mitglied in der Tarifkommission.

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