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Betriebsratsliste der HAG

Care Revolution – Bundesweites Netzwerktreffen in Hamburg

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Am 22. und 23. Oktober 2016 findet das nächste bundesweite Care Revolution Netzwerktreffen in Hamburg statt. Am Samstag, den 22.10. tagen wir von 12 bis 20 Uhr, am Sonntag, den 23.10. von 10 Uhr bis 15 Uhr. Am Samstag gibt es um 11.30 Uhr eine Einführung für Personen, die sich neu für das Netzwerk Care Revolution interessieren. Am Vorabend des Netzwerktreffens findet ab 18.30 Uhr eine Diskussionveranstaltung zu Pflege, Gesundheit und Alltag als politische Kampffelder statt, veranstaltet vom Netzwerk Care Revolution Hamburg.

teaser_standardAm Samstag wird es auch eine AG zum Thema  Persönliche Assistenz geben. 17:30 – 19:30 Uhr.

Ort: Hamburg in der Fabrique im Gängeviertel, Valentinskamp 34a (Zugang von der Speckstraße)

Und hier das Programm.

Aktuelle Infos unter:

http://care-revolution.org/aktuelles/netzwerktreffen-am-22-10-und-23-10-2016-in-hamburg/

 

Betriebsräte der HAG wegen Abmahnung vor Gericht

Im Juli letzten Jahres wurden in der Hamburger Assistenzgenossenschaft (HAG) sämtliche Mitglieder des Betriebsrats sowie fünf der sechs Ersatzmitglieder individuell von der Geschäftsführung abgemahnt. Am 24. Juni findet nun die Gerichtsverhandlung statt.

 

„In der anstehenden Verhandlung geht es zum einen um die Legitimität dieser Abmahnungen, aber vor allem um die Frage, wie weit das Informationsrecht und die Meinungsfreiheit des Betriebsrates eingeschränkt werden darf“, erklärt Sinje Ludwig, Betriebsratsvorsitzende der HAG.

 

Anlass für die Abmahnungen boten zwei anonymisierte Texte, die in der Publikation BR-Info erschienen waren. Der eine berichtet von einem Ladendiebstahl, den ein Rollstuhlfahrer unter Hilfestellung seines Assistenten beging. In der anderen Geschichte wird der Lebensgefährte einer Rollstuhlfahrerin sexuell übergriffig. Die in den Texten beschriebenen Personen seien zwar dem Betriebsrat bekannt, jedoch seien die Handlungen strafrechtlich betrachtet längst verjährt, die erzählten Geschichten, erläutert Karl Schaaf, ein Mitglied des Betriebsrats. „Für uns ist dies Erfahrungsmaterial, nichts weniger als Lehrstücke über Grenzerfahrungen in diesem Job.“

 

Sinje Ludwig fügt hinzu:“ „Nach unserer Ansicht ist gerade im Bereich der äußerst prekären Beschäftigungsverhältnisse in der Persönlichen Assistenz, in dem fast ausschließlich in Teilzeit gearbeitet wird, wo durch Schichtarbeit und dezentrale Arbeitsorte der direkte Austausch mit Kolleg/innenen enorm erschwert ist, die Informierung durch eine Betriebsratszeitung ein wichtiges Mittel, um die Beschäftigten aus den isolierten Arbeitssituationen in den Austausch über ihre Arbeit zu bringen.“

 

Die Geschäftsführung begründet die Abmahnung damit, dass die Betriebsräte den Betriebsfrieden gestört und der HAG Schaden zugefügt hätten. Zudem unterstellt die Unternehmensleitung den Arbeitnehmervertreter/innen, mit der Publikation einen Generalverdacht gegenüber den assistenznehmenden Kund/innen der Genossenschaft zu streuen. Dieser besteht darin, dass verallgemeinert Rollstuhlfahrer/innen ihre persönlichen Assistent/innen in Straftaten hineinziehen und diese sexuell belästigen würden. Solche Anschuldigungen will der Betriebsrat der HAG nicht auf sich sitzen lassen.

 

Bei der Veröffentlichung sei es überhaupt nicht darum gegangen, „die HAG und allgemein Menschen mit Behinderung in ein schlechtes Licht zu rücken“, sagt Schaaf. Vielmehr sei das einzige Anliegen gewesen, „Kolleg/innen darüber zu informieren, welche Grenzsituationen in der Assistenz passieren können!“ Die Geschichten seien Fallbeispiele, wie sie in jeder Branche in Fortbildungen erzählt würden.

 

Hintergrund des Konfliktes, der nun vor dem Arbeitsgericht verhandelt wird: Die Geschäftsführung der HAG wollte nach der besagten Veröffentlichung in der BR Info den Autor des betreffenden Artikels genannt bekommen, um diesen individuell abmahnen zu können. Der Betriebsrat weigerte sich, den Namen des Verfassers heraus zu geben.

 

Den Betriebsräten geht es um ihre grundsätzlichen Informationsrechte. „Warum sollten in einem BR-Info-Blatt nicht Geschichten aus der Arbeitswelt unseres Unternehmens zu lesen sein, die von Grenzerfahrungen berichten?“, fragt sich Betriebsratsvorsitzende Ludwig. Und ihr Kollege Schaaf fügt hinzu: „Die BR-Info ist unser Beitrag zur betriebsinternen Öffentlichkeit!“ Die Arbeitnehmervertretung sieht sich durch die individuellen Abmahnungen der Mitglieder eines kollektiven Gremiums vom Unternehmen ungerechtfertigt angegriffen.

 

Zum Gütetermin im Dezember letzten Jahres waren zahlreiche Unterstützer/innen des Betriebsrates vor Ort, so dass die Verhandlungen spontan in einen größeren Saal verlegt werden musste. Der Anwalt der Geschäftsführung konzentrierte sich dort in seinen Ausführungen vor allem auf die Frage, ob eine betriebsinterne Publikation ein Impressum benötigt. „Offensichtlich war dies ein Ausweichmanöver“, sagt Ludwig. „Für eine Betriebsratszeitung zeigt sich der Betriebsrat verantwortlich, dessen Mitglieder auch in der BR Info klar genannt sind.“

 

Für die Betriebsräte der HAG erscheint das Vorgehen der Geschäftsführung als

ein Werkzeug aus der Giftküche des Union-Busting, um die Interessenvertretung der Arbeitnehmer/innen einzuschüchtern und in ihrer Arbeit zu behindern.

 

Kommt zahlreich und unterstützt den Betriebsrat der HAG gegen die Einschüchterungsversuche der Geschäftsführung und die Behinderung von Betriebsratsarbeit!

 

Freitag, 24. Juni

10.00 Uhr

 

Arbeitsgericht Hamburg

Osterbekstraße 96

22083 Hamburg

  1. Stock, Saal 119

Die unabhängige Arbeitnehmer_innenvertretung in der Persönlichen Assistenz, UAPA

Logo-UAPA-weiss-rot-Kopie-150x150Vom 13. bis zum 15. November 2015 hat die achte Jahrestagung der unabhängigen Arbeitnehmer_innenvertretung in der Persönlichen Assistenz (UAPA) in Bremen stattgefunden und auch aus Hamburg waren wieder Kolleg_inn_en dabei.

UAPA vertritt gewerkschaftsunabhängig über 3000 Arbeitnehmer_innen in der Persönlichen Assistenz aus allen möglichen Städten in Deutschland, seien sie nun bei einem Träger oder direkt bei einem/einer Arbeitgeber_in im Persönlichen Budget angestellt. Die Jahrestagungen stellen den direkten, persönlichen Austausch aller interessierten Akteur_inn_e_n sicher und bieten Gelegenheit, bestimmte Themen gemeinsam zu beackern. Das Ziel ist es, bundesweit Mindeststandards für uns Arbeitnehmer_innen in der Persönlichen Assistenz durchzusetzen.

Macht Arbeit krank? – Was brauchen wir um Gesund zu bleiben?

Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz

 

Roboti

Arbeits- und Gesundheitsschutz ist ein großes Thema. Mit einer Gefährdungsbeurteilung wollen sich Betriebsrat und Geschäftsführung diesem Thema nähern.

Im Rahmen der Psychosozialen Gefährdungsbeurteilung soll erhoben werden, welche psychische Beanspruchungen die Arbeit bei der HAG mit sich bringt. Was ist anstrengend? Was führt zu Stress? Was ist langweilig, monoton? Was überfordert

mich? Was tut mir gut? Aus den Ergebnissen dieser Erhebung sollen dann Gegenmaßnahmen entwickelt werden, die Gefährdungen abstellen oder mindern. Ziel ist die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Aber was heißt hier menschengerecht?

Artikel zu den Abmahnungen des Betriebsrates

Wir freuen uns, dass mittlerweile sowohl die taz-nord, Wilhelmsburg Solidarisch als auch die Internetplattform arbeitsunrecht in deutschland die Abmahnungen gegen die Betriebsräte berichtet haben:

taz-nord: Streit um Info-Blatt: Aufklärung unerwünscht.

arbeitsunrecht in deutschland: Hamburg: HAG mahnt 9 Betriebsratsmitglieder ab

Wilhelmsburg Solidarisch: Niemand wird allein gelassen! Gerichtsverhandlung gegen Beschäftigte der HAG

 

Herzlichen Dank an die vielen Verbündeten, die ihre Solidarität gezeigt haben, indem sie zu der Güteverhandlung gekommen sind!

Vielen Dank auch für die Solidarität von der „ver.di Perspektive U 35″.

U 35 HAG Soli

 

 

 

 

 

„Das war ein Angriff auf unser Informationsrecht gegenüber der Belegschaft!“

Aufgrund eines Artikels in der Betriebsrat-Zeitung wurden 15 Betriebsräte der Hamburger Assistenz-Genossenschaft (HAG) abgemahnt. Am 2. Dezember findet nun die Güteverhandlung vor dem Hamburger Arbeitsgericht statt.

„Warum sollten in einem betriebsrätlichen Info-Blatt nicht Geschichten aus der Arbeitswelt unseres Unternehmens zu lesen sein, die von Grenzerfahrungen berichten?“, fragt sich Sinje Ludwig, Betriebsratsvorsitzende der Genossenschaft und fügt hinzu: „Die BR-Info ist unser Beitrag zur betriebsinternen Öffentlichkeit!“ Die Arbeitnehmervertretung sieht sich durch die individuellen Abmahnungen der Mitglieder eines kollektiven Gremium vom Unternehmen ungerechtfertigt angegriffen.

Anlass dafür boten zwei anonymisierte Texte, die in der Publikation BR-Info erschienen sind. Der eine berichtet von einem Ladendiebstahl, den ein Rollstuhlfahrer unter Hilfestellung seines Assistenten beging. In der anderen Geschichte wird der Lebensgefährte einer Rollstuhlfahrerin sexuell übergriffig. Die in den Texten beschriebenen Personen seien zwar dem Betriebsrat bekannt, jedoch seien die Handlungen strafrechtlich betrachtet längst verjährt, die erzählten Geschichten „Erfahrungsmaterial, nichts weniger als Lehrstücke über Grenzerfahrungen in diesem Job“, sagt Karl Schaaf, stellvertretender Vorsitzender des Gremiums.

… und wenn das sich nicht bald ändert – hören wir einfach damit auf!

 

HAG 23072015

Zum 31.Oktober 2014 wurde die Entgelttabelle des bestehenden Haustarifvertrags gekündigt. Seitdem hat sich wenig bewegt. Die Vorstellung der Geschäftsführung von einer angemessenen Lohnerhöhung unterscheidet sich erheblich von dem, was der Belegschaft und der Tarifkommission angemessen erscheint. Eingestiegen mit der Forderung nach einer Koppelung des Haustarifvertrags an den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes und eine Vergütung entsprechend der Entgeltgruppe 7,  erscheint nun bereits eine Lohnerhöhung von einem Euro utopisch. Der Ausstieg aus dem Niedriglohnsektor und eine Bezahlung, die Existenzängste und Armut beendet, scheint in weite Ferne gerückt zu sein.

Heute haben wieder Tarifverhandlungen stattgefunden. Einige Assistent_innen und Genoss_innen waren vor Ort: Es geht so nicht weiter! Das Geld reicht einfach nicht!

Einige haben ihren Frust über die schlechte Bezahlung musikalisch ausgedrückt und ein bzw. eigentlich zwei Lieder geschrieben. Eins könnt ihr hier

hören. Der Text dazu ist hier

LittleAssistenten
C

Wir fahren

C

und wir kochen

F

und wir putzen,

C

hängen die Wäsche auf

G7

helfen dir bei deinem Leben

C G7

dabei gehen wir langsam drauf

C

Wir reparieren
wir frisieren

F C

schreiben Texte, schreiben Behördenpost,
programmieren

G7

organisieren

C G7 C

dabei geh’n wir langsam drauf
Ref.:

F C7

Selbstbestimmtes Leben wollen wir nicht nur für dich,

F

denn nur wenn die Kohle stimmt

C7 G7

gibt’s das auch für mich!

2x
Und wir heben,

und wir tragen,

wir massieren

geben Alltagstipss

und wir geben dir Tabletten

dabei wir gehen langsam drauf
Kommunizieren

motivieren,

wir hören zu wenn du reden musst,

und wir trösten, machen Scherze

dabei gehen wir langsam drauf
und wir nähen, und wir basteln

bauen Möbel,

lackier’n die Wohnungstür

wir machen so gut alles

und dabei gehen wir langsam drauf.
Ref.:

F C7

Selbstbestimmtes Leben wollen wir nicht nur für dich,

F

denn nur wenn die Kohle stimmt

C7 G7

gibt’s das auch für mich!

2x
wir sind Fahrer

wir sind Pfleger

wir sind Künstler

wir sind Musiker

wir sind Diener, wir sind Zofen

und dabei gehen wir langsam drauf
Und das alles

machen wir hier

schon viel zu lange

für viel zu wenig Geld

und wenn das sich nicht

bald ändert

hören wir einfach damit auf.

Die Tarifverhandlungen selbst verliefen wenig erfolgreich. Wie soll es weiter gehen? Gute Ideen sind jetzt gefragt!

Nähere Infos zu den Verhandlungen erhältst du bei ver.di, dem Betriebsrat oder auf der nächsten Betriebsversammlung.

Radiosendung: Dein Leben ist mein Job – Arbeiten in der Persönlichen Assistenz

Dein Leben ist mein Job – Arbeiten in der Persönlichen Assistenz
Was heißt es, in der persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderung zu arbeiten?
Der Arbeitsplatz einer persönlichen Assistentin ist das Leben eines oder einer Anderen. Nur selten gibt es dabei die Möglichkeit, sich über diesen Arbeitsplatz und die Arbeitsbedingungen auszutauschen.
Wir haben mit Persönlichen Assistent_innen aus Hamburg, Frankfurt, Bremen und Berlin gesprochen. Uns interessierte, was das eigentlich ist, Persönliche Assistenz. Was machen wir da  und warum? Was macht die Arbeit so schwierig? Wo kollidiert das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderung mit den Arbeitsrechten der Assistent_innen? Warum kann kaum eine Assistent_in von dem Job alleine leben kann? Und wie kann ein Arbeitskampf in diesem Bereich aussehen?

Vom 13 Mai an eine Woche hier zu hören.